Die psychologie der psychopatinnen
Psychopathinnen: Die Psychologie des weiblichen Bösen (Ungekürzt) on Apple Books
Ich muss zugeben, dass ich Lydia Beneckes Bücher bisher vollkommen falsch eingeschätzt habe. Lydia Benecke ist Kriminalpsychologin und war unter anderem als psychologische Beraterin bei Kriminalfällen tätig, bevor sie mit Gewalt- und Sexualstraftätern in einer sozialtherapeutischen Einrichtung zu arbeiten begann. Mittlerweile hat sich Lydia Benecke als Kriminalpsychologin u.
Doch mitnichten! Des Weiteren geht die Autorin der spannenden Frage nach, inwieweit sich die Straftaten von Frauen von jenen, die von Männern begangen werden, unterscheiden. Der frisch gebackenen Mutter fällt es jedoch sehr schwer, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, denn für sie ist klar, dass die Zufriedenheit ihres Mannes oberste Priorität besitzt.
Trotzdem bleibt es nicht bei einem Kind. Allerdings ist sie vollkommen überfordert und verlangt daher von ihrer ältesten Tochter, die anderen Kinder mitzuversorgen, was Diane zuwider ist.
Psychopathinnen | Buch
Dem Vater der Familie, Wes, sind die Kinder inzwischen lästig und wenn sie weinen, schlägt er sie, bis sie aufhören. Denn egal wie sie sich verhält, sie wird immer bestraft. Als Diane zwölf Jahre alt ist, beginnt ihr Vater netter zu ihr zu sein. Jedoch nur, wenn ihre Mutter nicht zugegen ist. Wes beginnt, seine Tochter in seine Vorstellungen von Sexualität einzuführen.
Die Folge ist, dass Diane in ihrem Leben fortan nur ein einziges Ziel hat: Sie möchte geliebt werden. Um jeden Preis. Doch bald schon stellt sich heraus, dass Diane das Gefühl schwanger zu sein mehr liebt, als wirklich ein Kind zu haben. Hierfür gibt es eine Bezeichnung. Immer wieder werden die Fälle durch erklärende Einschübe unterbrochen.
Benecke, Lydia: Psychopathinnen Die Psychologie des weiblichen Bösen
Diese zeigen, dass es Lydia Benecke nicht darum geht, den Leser mit grausamen Details zu ködern und seine Sensationsgier zu befriedigen, sondern darum, psychologische Aufklärungsarbeit zu leisten, dabei sehr sachlich zu bleiben und Wissen zu vermitteln. Dies gelingt ihr vollauf. Geschehen ist dies zum Beispiel bei Michelle, die sich an die Ereignisse in ihrer Kindheit in einer Satanistensekte erinnerte, die nachweislich nie stattgefunden haben.
So viel dazu. Es ist ein hochinteressantes und extrem spannendes Werk, bei dessen Lektüre man sehr viel an Wissen mitnehmen kann. Zu zart besaitet sollte man, trotz der sehr sachlichen Herangehensweise Lydia Beneckes, vielleicht nicht sein, denn es liegt in der Natur des Themas, dass hier auch Fälle geschildert werden, die weit über Themen wie zum Beispiel Ehebruch hinausgehen.
Ich habe dieses hochinteressante Buch als sehr bereichernd empfunden und möchte es allen, die sich für Psychologie interessieren ans Herz legen. Was mich betrifft, so benötige ich dringend Nachschub! Das Buch klingt nach richtig fesselnder Lektüre für mich, das muss ich mir unbedingt notieren. Irgendwie ist im Kopf ja doch immer nur das männlich böse verankert.
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Psychopathinnen
Literatur leuchtet. Travel Without Moving. Buchperlenblog 6.