Buch psychologie sex
Viele Beispiele helfen einem die Theorie zu verstehen, teilweise war es mir allerdings zu philosophisch. Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen. Nicht unbedingt für Laien geschrieben, aber ich glaube das ist auch nicht die Zielgruppe.
Wobei aufgeschlossene Paare mit Interesse an dem entsprechenden Hintergrundwissen ebenfalls enorm viel lernen können, vor allem zur Methodik in der sexuellen Beziehungsarbeit. Ein für meine Arbeit unglaublich inspirierendes Werk. Es ist nicht einfach, ein Paar zu sein.
Die Psychologie sexueller Leidenschaft (Gekürzte Fassung)
Nach der anfänglichen Verliebheit machen sich nach fünf, sechs, sieben Jahre Ehe oder Partnerschaft Langeweile und Errektionsprobleme im Bett breit. Man beginnt, sich über die kleinsten Dinge zu streiten. Man versteht sich nicht mehr und plötzlich fragt man sich, ob man noch an dieser Beziehung festhalten soll oder nicht. In dieser Situation befinden sich viele Paare, wenn sie Doktor Schnarch, seines Zeichens seit über 20 Jahren als Sexualtherapeut tätig, in seiner Praxis aufsuchen.
Doch im Gegensatz zu den weitverbreiteten Ansätzen, wie "Konzentriere dich beim Sex auf dich selbst", hat Schnarch ein ganz neues Konzept entwickelt: Das Konzept der Differenzierung. Es gibt Bücher, die werden erst dann gelesen, wenn die richtige Zeit für sie gekommen ist. Bei mir verhält es sich bei David Schnarchs Buch "Die Psychologie der sexuellen Leidenschaft" so.
Nein, ich habe weder mit Langeweile noch mit Erregungsstörungen im Bett zu kämpfen, aber in mir keimte schon lange der Gedanke, dass ich eine bessere Beziehung zu mir selbst haben sollte, mehr zu mir selbst stehen soll, auch beziehungstechnisch. Und genau da setzt Schnarch an. Das Prinzip der Differenzierung beruht darauf, dass man sich auf sich selbst zurückbesinnt und lernt, sich selbst Halt zu geben und das, ohne den Partner zu etwas zu zwingen.
Man trifft Entscheidungen für sich selbst, nicht für den Partner. Dass man seine Meinung äussern und zu ihr stehen kann, ohne sich ausgeschlossen und verletzt zu fühlen, ist ebenfalls ein wichtiger Part des Differenzierungsprozesses. Das Prinzip, an sich selbst zu arbeiten, finde ich wahnsinnig interessant. Denn es ist bewiesen, dass eine gute Beziehung zu sich selbst und die Fähigkeit, zu sich selbst zu stehen, sich auf alle Bereiche des Lebens auswirken.
Man tritt selbstbewusster auf und fühlt sich dadurch auch so und so kommt es, dass man sich auch in der Beziehung und im Sexleben Neues traut und alte Bahnen verlässt. Jedoch macht Schnarch kein Geheimnis daraus, dass dieser Prozess schmerzvoll ist. Man muss alte Pfade verlassen, was für viele Menschen nicht einfach ist. Anstatt den Partner mit Vorwürfen und Wünschen zu überhäufen, tut man sich selber etwas Gutes.
Man fängt bei sich selber an.
Die Psychologie sexueller Leidenschaft: Institut für Beziehungsdynamik
Schnarch sagt, dass die Monogamie kein Versprechen gegenüber einer anderen Person ist, sondern gegenüber sich selber. Geht man fremd, so verrät man nicht den Partner, sondern seine eigenen Prinzipien. Schnarch führt den Leser von Beginn an gut durch das Buch. Er erklärt seine Theorien und begründet seine Praxis. Er stellt uns verschiedene Paare vor, die mit verschiedenen Problemen zu kämpfen haben.
Dadurch, dass wir viel über diese Menschen erfahren, liest sich das Buch manchmal wie ein kleiner Roman oder eine Kurzgeschichte. Das leichtert die anstonsten doch etwas anstrengende Lektüre auf.