Burnout syndrom wörterbuch der psychologie
Charakteristisch sind Symptome der Erschöpfung und der inneren Leere. Es sind häufig Menschen betroffen, die über Jahre hinweg engagiert mit anderen Menschen gearbeitet haben. Vom Burnout-Syndrom besonders gefährdet sind Beschäftigte in sozialen Berufen wie zum Beispiel Ärzte, Altenpfleger, Krankenschwestern, Lehrer, Priester, Psychologen oder Sozialarbeiter.
Doch sind auch andere Berufsgruppen und sogar Schüler betroffen. Der Begriff Burnout-Syndrom ist zwar allgemein bekannt; es handelt sich aber nicht um eine Diagnose, die in medizinischen Klassifikationssystemen aufgeführt ist. Entsprechend ist der Forschungsstand zum Burnout-Syndrom noch nicht zufriedenstellend. Es gibt noch keine einheitlichen Behandlungsstandards. Manchmal wird der Begriff Burnout-Syndrom als Synonym für das chronische Müdigkeitssyndrom verwandt.
Lexikon der Psychologie
Bei diesem Syndrom steht als Hauptbeschwerde eine chronische Müdigkeit im Vordergrund, für die keine körperlichen Ursachen gefunden werden können. Beim Burnout-Syndrom, wie es hier beschrieben wird, ist chronische Müdigkeit ein mögliches Symptom unter vielen. Das Burnout-Syndrom ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Beschwerden.
Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum und verändern sich im Lauf der Zeit. Oft wird deshalb von verschiedenen Phasen des Burnout-Syndroms gesprochen. Es gibt sowohl psychische als auch körperliche Symptome. Bis heute existiert keine eindeutige Liste von Beschwerden, die gegeben sein müssen, damit man von einem Burnout-Syndrom sprechen kann.
Ebenso fehlt ein allgemeingültiges Phasenmodell für den Verlauf der Erkrankung. Einig ist man sich jedoch darüber, dass das Burnout-Syndrom meist schleichend einsetzt und einen langwierigen Prozess darstellt, der in verschiedenen Phasen verläuft. Bei den Betroffenen müssen nicht alle der unten beschriebenen Beschwerden auftreten. In der Anfangsphase zeigen viele Betroffene ein sehr hohes Engagement für berufliche Ziele.
Sie fühlen sich unentbehrlich und verleugnen eigene Bedürfnisse. Gleichzeitig haben sie das Gefühl, nie Zeit zu haben und sind ständig müde und erschöpft. Es gelingt ihnen immer weniger, sich in ihrer ohnehin knapp bemessenen freien Zeit von der beruflichen Belastung zu erholen. In einer zweiten Phase wandelt sich das berufliche Engagement beziehungsweise Überengagement langsam in einen sich ausbreitenden Erschöpfungszustand.
Was ist das Burnout-Syndrom? | Die Techniker
Auffallend sind verminderte Belastbarkeit, wachsende Stimmungslabilität und Erholungsunfähigkeit. Die empfundene Müdigkeit ist chronisch. Im Gegensatz dazu stehen die innerliche Unruhe und Nervosität, Gereiztheit bis zur Aggressivität. Der Endzustand ist gekennzeichnet von Resignation, Entmutigung, verringerter Frustrationstoleranz, Entscheidungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Minderwertigkeitsgefühlen.
Im Vergleich zu ihrem früheren Auftreten sind Personen mit Burnout-Syndrom nun kaum wiederzuerkennen. Die seelischen Probleme lösen auch körperliche psychosomatische Beschwerden aus. Das körperliche Abwehrsystem kann schwächer und für Infekte anfälliger werden.
MBI: Lexikon der Psychologie
Häufige Erkältungen und Infekte fallen auf. Schlafstörungen, Albträume und sexuelle Probleme können entstehen. Auch Herzklopfen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen, Schwindel, Atemprobleme oder Gewichtsveränderungen sind möglich.