Ich-spannung psychologie

Der Umgang mit angespannten Situationen am Arbeitsplatz könne für Empathen besonders schwierig sein, erklärt die Psychotherapeutin Amy Morin. Empathisch zu sein bedeutet nicht nur, dass man einfühlsam ist — es bedeutet auch, dass man die Gefühle anderer Menschen als seine eigenen ansieht. Empathie hat einige eindeutige Vorteile, wie beispielsweise die Möglichkeit, Freunden und der Familie emotionalen Beistand zu leisten.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile, wie das Gefühl, sich die meiste Zeit emotional ausgelaugt zu fühlen. Der Umgang mit angespannten Situationen am Arbeitsplatz kann für Empathen eine besondere Herausforderung sein. Ganz gleich, ob ihr in einer Besprechung mit Kollegen sitzt, die sich nicht verstehen, oder eine E-Mail-Kette voller Sarkasmus bewältigen müsst — hier sind einige Schritte, die ihr beachten könnt, um diese unangenehmen Situationen erfolgreich zu meistern.

Wenn ihr das nächste Mal Spannungen spürt, werden eure Gefühle wahrscheinlich wieder aufsteigen. Ihr solltet jedoch nicht dagegen ankämpfen — wenn ihr euch einredet, dass ihr euch nicht gestresst oder überfordert fühlen solltet, wird das nur dazu führen, dass ihr euch noch schlechter fühlt.

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Akzeptiert, was ihr fühlt und sprecht es aus. Euer Körper reagiert auf Anspannung: Euer Magen fühlt sich vielleicht schwer an oder eure Handflächen beginnen zu schwitzen. Das ist eine normale Reaktion eures Nervensystems, das euch auf die Situation vorbereiten will. Solange ihr euch jedoch nicht in wirklicher Gefahr befindet, ist es wichtig, dass ihr lernt, euer Nervensystem zu beruhigen.

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Eine der besten Methoden dafür sind ein paar langsame, tiefe Atemzüge. Langsames, tiefes Atmen kann eurem Gehirn signalisieren, dass euer Körper dabei ist, sich zu beruhigen. Das kann die Flut von Stresshormonen reduzieren und euch dabei helfen, euch wieder zu entspannen. Bevor ihr versucht die Wogen zu glätten oder das Gespräch einfach zu beenden, solltet ihr euch kurz Gedanken machen.

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Eure erste Reaktion ist vielleicht nicht der beste Lösungsansatz. Wenn eure Emotionen hochkochen, ist es schwer, klar zu denken. Es ist also besser, wenn ihr euch ein wenig psychologischen Abstand verschafft. Erfindet ein kurzes Mantra das ihr immer sagen könnt, wenn Spannungen auftreten. Ihr könnt euch auch ein Mantra zurechtlegen, das euch daran erinnert, euch auf eine bestimmte Verhaltensweise zu konzentrieren.

Tatsächlich könnt ihr das Unbehagen wahrscheinlich länger ertragen, als ihr es euch zutraut. Versucht nicht, immer alles in Ordnung bringen zu wollen. Nehmt stattdessen bewusst wahr, wie ihr euch fühlt.

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Achtet auf das, was um euch herum geschieht. Denkt immer daran, dass Spannungen nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müssen. Sie kann zu positiven Entwicklungen führen, wenn ihr sie ein wenig länger aushalten könnt. Ihr könnt nicht kontrollieren, wie sich andere Menschen verhalten, aber ihr könnt kontrollieren, wie ihr reagiert. Anstatt eure Energie also damit zu verschwenden, euch Gedanken darüberzumachen, was jemand gesagt hat oder als Nächstes tun könnte, solltet ihr euch auf euch selbst konzentrieren.

Achtet nur darauf, was ihr selbst in diesem Moment tun könnt. Ihr werdet euch weniger ängstlich fühlen, wenn ihr euch auf die Dinge konzentriert, über die ihr die Kontrolle habt. Empathisch zu sein, kann anstrengend sein. Deshalb ist es wichtig, auf sich selbst aufzupassen.