Psychologie entwicklungsphasen des kindes tabelle
Haug-Schnabel, G. Aus: kindergarten heute , Jg. Der Übergang vom Kindergarten zur Schule markiert für Kinder einen neuen Lebensabschnitt. Für sie beginnt jetzt eine qualitativ neue und ausgesprochen fruchtbare Entwicklungsphase, in der die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten für den Umgang mit sich und der Welt erworben werden. Als Ergebnis der kindlichen Entwicklung zwischen sechs und zehn Jahren könnte man beinahe sagen: "schon fast erwachsen", so vielseitig und grundlegend ist das, was sich Kinder während dieser Zeit an neuen Verhaltensweisen aneignen.
Das gleiche gilt für Mädchen. Bis zur Pubertät überwiegen wohlgemerkt für die statistische Mehrheit getrennte Wege. Auch das Spiel von Kindern, ihre Arbeit wird jetzt intensiver. Mehrere Tage lang, jeweils über Stunden hinweg, können gemeinsame Vorhaben konzentriert geplant, organisiert und durchgeführt werden. Aber erfreulicherweise gibt es bereits viele sozial kompetente Kinder, die gerne und geschickt die Dolmetscher- oder Vermittlerrolle übernehmen - mitunter erfolgreicher und integrativer, als es geplante Aktionen der Erwachsenen bewerkstelligen.
Sprache wird auch zum bevorzugten Träger von Information.
Piagets Entwicklungsstufen und die kognitiven Entwicklung von Kindern
Vor allem Naturphänomene interessieren, die erste Begeisterung für Physik kommt auf, Material- und Werkzeugerprobung erreichen einen neuen Höhepunkt. Denn Fragen ist Erkundungsverhalten mit dem Mittel der Sprache. Im Alter von sechs bis zehn Jahren gewinnt die Konfrontation mit Leistung eine neue Bedeutung.
Zu krampfhafter Ehrgeiz isoliert die Einzelkämpfer. Wer zu oft verliert, läuft Gefahr zu resignieren und sich nicht mehr anzustrengen, um frustrierende Situationen nicht noch einmal zu erleben. Hinsichtlich ihrer motorischen Entwicklungsfähigkeiten befinden sich Kinder in dieser Phase auf einem Höhepunkt. Bewegung ist aber nicht nur ein Primärbedürfnis, sondern trainiert zugleich die Wahrnehmungsfähigkeit und erleichtert das Lernen geistiger Inhalte, z.
Überhaupt ist im kognitiven Bereich vieles im Umbruch. Vierjährige verfügen noch nicht über Gedächtnisstrategien. Fordert man sie beispielsweise auf, sich die Namen einer Kindergruppe zu merken, wärmt ihr Gehirn für diese Aufgabe sozusagen vor, steigert aber noch nicht ihre Merkfähigkeit.
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Bei Acht- oder Zehnjährigen kann dies die Gedächtnisleistung jedoch beträchtlich steigern. Auch die Effektivität von Merken, Abrufen von Gedächtnisinhalten und lautem Denken wird zunehmend besser. Während Sechsjährige noch sehr unsystematisch nach verlorenen Gegenständen suchen, verwenden etwa Zwölfjährige vor der Suche zunächst gezielt innere Abrufstrategien, überlegen sich also, wo sie den Gegenstand zuletzt benutzt haben.
Den Kindern gelingt es immer besser, Probleme zu definieren und mögliche Lösungen zu finden. Auch die logischen Fähigkeiten verbessern sich nach dem sechsten Lebensjahr beträchtlich. Fehlende Informationen in einer vorgeführten Geschichte ergänzen sie durch Erfahrungen aus ihrem eigenen Lebensskript, und sie wissen auch eher um die Grenzen ihres Wissensstandes.
Soll beispielsweise ein vierjähriges Kind auf einem Parkplatz nach einem gelben Auto Ausschau halten, wird es, wenn dort mehrere stehen, irgendein gelbes Auto aussuchen. Ein siebenjähriges Kind wird sich dagegen vor der Suche weitere Informationen einholen, um die Trefferquote zu erhöhen. Ängste und Aggressionen bewegen die Kinder weiterhin.
Doch bei fast allen kommt nun eine neue Komponente im Umgang mit diesen Emotionen hinzu.
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Kämpfen, Verteidigen, Drohen, Brüllen, Verfolgen, Angreifen - alles wird gespielt. Der selbstgewählte, spielerische Umgang mit der Angst ist sicher einer der spannendsten Komponenten unserer menschlichen Verarbeitung von Eindrücken. Kinder gehen dafür nachts in den Keller oder in den Wald, Erwachsene in einen Horrorfilm, auf Extremtouren oder in die Achterbahn.