Selbstwirksamkeit definition psychologie
Das Konzept der Selbstwirksamkeit stammt aus der Psychologie und beschreibt, wie sehr eine Person davon überzeugt ist, schwierige Situationen aus eigener Kraft und mit eigenen Kompetenzen meistern zu können. Im ersten Teil des Beitrags wird erläutert, was Selbstwirksamkeit ist, wie sie sich entwickelt, was sie bewirkt und wie sich zeigt.
Im zweiten Teil geht es darum, wie man das Wirksamsein selbst messen kann und welche Strategien sowie Impulse es gibt, diese wichtige Eigenschaft zu stärken.
Selbstwirksamkeit und Suchterkrankungen. Psychologie des Gesundheitsverhaltens
Die Selbstwirksamkeit ist ein Konzept aus der Psychologie. Es bedeutet, die innere Überzeugung zu haben, schwierige Situationen aus eigener Kraft und mit eigenen Kompetenzen meistern zu können. Dahinter verbirgt sich unser aller Wunsch, das Leben aktiv zu gestalten. Das Prinzip wurde von dem kanadischen Psychologen Albert Bandura in den er-Jahren entwickelt.
Er stellte die Social Cognitive Theory auf, bei der es um die persönliche Einstellung und den Umgang mit schwierigen Situationen geht. Sie hängt mit menschlichem Verhalten zusammen, das wiederum zwei verschiedene Erwartungen umfasst. Geprägt wird die Selbstwirksamkeit durch Erfahrungen und bildet eine der sieben Säulen der Resilienz.
Es handelt sich hierbei nicht um eine Technik oder Methode, sondern vielmehr um eine innere Haltung, Überzeugung und Einstellung zu uns selbst und dem Leben sowie seinen Herausforderungen. Nach Albert Bandura speist sich das Wirksamskeitsgefühl von der frühen Kindheit an aus vier wichtigen Quellen.
Selbstwirksamkeit steigern
Diese nehmen im Laufe des Lebens unterschiedliche Gewichtungen an. Alle vier sind wichtig, um die Eigenschaft bei Kindern schon zu stärken. Positive Erfahrungen: Die wichtigste Quelle sind positive Erfahrungen. Zudem werden durch Lernen und Erleben unsere neuronalen Netzwerke immer wieder neu geformt. Je mehr positive Erfahrungen wir machen, umso stärker werden auch die entsprechenden neuen Wege und Verschaltungen im Gehirn.
Selbstwirksamkeitserwartung – Dorsch: Lexikon der Psychologie
Doch auch im Erwachsenenalter dienen Vorbilder als Inspirationsquellen und Impulsgeber. Herzrasen zum Beispiel kann als Angst, aber auch als positive Aufregung empfunden und gedeutet werden. Zuspruch und Ermutigung: Verbale Unterstützung von Menschen in unserem Umfeld kann die eigene Überzeugung, eine Aufgabe zu meistern, stärken, bestehende Zweifel beseitigen und die Motivation zum Aktivwerden fördern.
So lassen wir uns auch zu höheren Leistungen anspornen. Die Entwicklung fängt bereits in früher Kindheit an. Etwa ab dem zweiten Lebensjahr beginnen Kinder damit, ihr Tun und Wirken beobachten und deuten zu können. Anfangs orientieren sie sich an den Eltern, Geschwistern und Erziehern und nehmen sich diese als Vorbild.
Selbstwirksamkeit fördern ▷9 Übungen + Beispiele + Bedeutung | Karriereakademie
Diese frühen Erfahrungen bilden den Grundstein für die künftige Selbstwirksamkeitserwartung. Später vergleichen sie sich mit Schulkameraden und anderen Gleichaltrigen. Sie erlangen Kenntnisse, erlernen Fähigkeiten und lösen erste Probleme selbst. In der Jugend sind die Pubertät und erste lebensverändernde Entscheidungen herausfordernd. Stärken werden fokussiert und vertieft. Es entwickelt sich ein Qualitätsbewusstsein.
Später im Erwachsenenleben werden Herausforderungen, Chancen und Probleme komplexer: Wie wir uns in Beruf, Partnerschaft und Freundschaften erleben, hängt stark von der Selbstwirksamkeitserwartung ab. Daraus resultiert auch, was wir uns zutrauen, ob und wie wir Ziele erreichen, wie wir uns verändern und entwickeln. Es prägt unseren Erfolg, unsere Motivation und unser Durchhaltevermögen.
Rückschläge und Misserfolge werden nicht als Scheitern, sondern als Herausforderung angesehen.