Psychologie neuer medien und methodenlehre

Dass Medienpsychologie allerdings mehr zu leisten vermag als sich nur an schädlichen Effekten der Mediennutzung abzuarbeiten, macht das Lehrbuch von Sabine Trepte, Leonard Reinecke und Johanna Schäwel mehr als deutlich. Denn zum einen stellt die Medienwirkungsforschung nur einen Teilbereich der Medienpsychologie dar, zum anderen kann Medienkonsum durchaus sehr positiv zu bewertende Effekte mit sich bringen.

Das erste Kapitel grundiert als Einstieg ins Thema zunächst die begriffliche Sachlage, damit die Leser wissen, was unter Medien, Psychologie und Medienpsychologie zu verstehen sei.

Universität Leipzig: Allgemeine Psychologie und Methodenlehre

Das zweite Kapitel führt knapp, aber für die noch folgenden Schilderungen ausreichend in die psychologische Methodenlehre ein. Dieses Kapitel dürfte vor allem für ein fachfremdes Publikum von Relevanz sein, da Methodenlehre in der Regel einen zentralen Baustein der ersten Semester eines Psychologiestudiums bildet. In diesem Kapitel lernen die Leser unter anderem, wie der Ablauf einer empirischen Forschungsstudie von Hypothesenbildung bis Datenauswertung auszusehen hat, auf welche Weise Daten erhoben werden können und innerhalb welcher Grenzen Daten zu interpretieren sind.

Da sich die Medienpsychologie mittlerweile stark ausdifferenziert hat, wären drei mögliche Perspektiven zur inhaltlichen Strukturierung denkbar, die sich aus den drei relevanten Dimensionen der Medienpsychologie ergeben: 1. Zeitliche Relation von Mensch und Medienkonsum Selektion, Rezeption, Wirkung ; 2. Mediengattung Film, Videospiel, soziales Netzwerk ; 3.

Glossar: Medienpsychologie

Psychologisches Konzept Kognition, Emotion, Handeln. Die Autoren haben sich jedoch nicht für eine, sondern in unterschiedlicher Gewichtung für alle drei Perspektiven entschieden: In den Kapiteln 3 bis 5 wird die Forschung an Medienselektion, -rezeption und -wirkung referiert, also das Vor, Während und Nachdem des Medienkonsums; Kapitel 6 und 7 fokussieren die Forschung an computervermittelter Kommunikation und Mensch-Computer-Interaktion; das achte Kapitel setzt sich mit Lernen, Wissen und Medienkompetenz auseinander.

Jedes Kapitel wird hierbei mit einem kurzen inhaltlichen Überblick eingeleitet und mit einer Zusammenfassung, Literaturempfehlungen und Fragen zur Selbstprüfung abgeschlossen. Theoretisch ist das Buch sehr breit aufgestellt.

Fächer / Studienfächer: Institut für Psychologie

Jedes Kapitel wartet mit zwischen drei bis sieben Unterkapiteln auf, in denen jeweils mindestens eine neue Theorie, Modell oder Konzept kurz vorgestellt wird, das als Grundlage für die hiernach präsentierten Befunde diente. Für Studenten, die mehr erfahren und sich in die Untiefen der Forschung stürzen möchten, bietet jedoch das vierzigseitige Literaturverzeichnis einen überschäumenden Quell an Primärliteratur.

Das reiche Literaturverzeichnis ist freilich ein Ergebnis der hervorragenden Recherche der Autoren, die mit wenigen Ausnahmen aktuelle Studien ab der Jahrtausendwende herangezogen haben. Bezüglich der Quellen wäre es jedoch erfreulich gewesen, wenn sich die Autoren bei den literarischen Verweisen nicht allzu sklavisch an die APA-Richtlinien gehalten hätten. Mag der übliche, auf Autor und Jahreszahl beschränkte Verweis bei Artikeln sinnvoll sein, so verfehlt er seine Nützlichkeit bei Monografien — hier wären zusätzliche Seitenangaben sehr hilfreich, da das Auffinden von referenzierten Passagen mit Zunahme der Seitenanzahl mühseliger wird.

Neben diesen beiden formalen sei der Vollständigkeit halber noch ein inhaltlicher Kritikpunkt zu erwähnen. Denn obwohl das Buch einen Reigen an mittlerweile klassischen als auch neueren Theorien, Modellen und Konzepten heranzieht und darstellt, blieb das General Learning Model GLM von Buckley und Anderson völlig unerwähnt.

Methodenlehre und Maritime Psychologie

Diese als verzeihlich zu bezeichnenden Kritikpunkte ändern jedoch nichts daran, dass das Buch eine eingängig lesbare und dank der guten Auswahl an Literatur eine gelungene Einführung in das Thema Medienpsychologie bietet, die Komplexität und Breite des Forschungsfelds vermittelt und den aktuellen Forschungsstand aufzeigt. Ob der zahlreichen Theorien und Konzepte, die unter anderem aus den Feldern der Sozial-, Persönlichkeits-, Emotions- und Lernpsychologie entstammen, lässt sich das Buch sogar als geeignete Einstiegslektüre für allgemein an Psychologie Interessierte werten.

Kohlhammer Verlag, Stuttgart ISBN Weitere Rezensionen und Informationen zum Buch. Letzte Änderung: Was Goethes Gedichte über seine geheim gehaltene Liebe offenbaren. Neue, erweiterte Ausgabe! Verlag LiteraturWissenschaft. Ein Wissenschafts- und Kriminalroman der besonderen Art, von einem renommierten Physiker, der die Welt und die Theorien kennt, über die er schreibt.

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