Psychologie der aufmerksamkeit

Die Psychologie der Aufmerksamkeit "Die Natur der absichtslosen Aufmerksamkeit bei einer Person verrät deren Charakter oder zumindest deren Grundneigungen. Sie lehrt uns, ob es ein frivoler, alltäglicher, beschränkter, offener oder tiefer Geist ist. Es gibt sogar keine schöneren Beispiele spontaner Aufmerksamkeit; da diese nicht einige Minuten oder eine Stunde, sondern immer fortdauert.

Dieser letztere Gesichtspunkt ist der einzige, den ich mir in dieser Arbeit zu untersuchen vornehme. Doch auch in diesen Grenzen erscheint die Frage wichtig, denn sie ist, wie man weiter unten sehen wird, das Gegenstück, die notwendige Ergänzung zur Assoziationstheorie.

Aufmerksamkeit – Wikipedia

Wenn diese Untersuchung auch nur in etwas dazu beitragen würde, diese Lücke der zeitgenössischen Psychologie auszufüllen und Andere zu neuen Arbeiten anzuregen, so hat sie ihren Zweck erfüllt. Es dürfte den Gesetzen einer guten Lehrmethode entsprechen, nur die einwandfreien typischen Fälle, d. Fallen beide zusammen, so hat die Aufmerksamkeit ihren Höhepunkt erreicht.

Die Dauer allein gelangt durch Akkumulation zum gleichen Ergebnis, so z. Die Intensität oder Stärke ist an und für sich allein ebenso wirksam: wenn z. Die schwachen Formen der Aufmerksamkeit vermögen uns nichts zu lehren; jedenfalls dürfen wir unsere Studie nicht eben mit ihnen beginnen. Diese Arbeit soll vielmehr folgende Fragen festlegen und beantworten: Es gibt zwei ganz verschiedene Formen der Aufmerksamkeit: eine natürliche, absichtslose und eine künstliche, willkürliche.

Die erstere, die von den Psychologen am meisten vernachlässigte, ist die echte, sozusagen die Ur- und Grundform der Aufmerksamkeit. Sie ist lediglich ein Mittel der Vervollkommnung und ein Erzeugnis der Zivilisation. Die Aufmerksamkeit ist in ihren beiden Formen keineswegs eine unbestimmte Tätigkeit, sozusagen eine Art "reine Handlung" des Geistes, der durch geheimnisvolle und unbegreifliche Mittel wirkt.

Ihr Mechanismus ist wesentlich motorisch, d. Man würde daher als Überschrift dieser Studie den MAUDLEYschen Satz wählen können: "Derjenige ist unfähig, seine Muskeln zu beherrschen, der keiner Aufmerksamkeit fähig ist. Die Aufmerksamkeit ist ein fester Zustand. Diese leichten vorübergehenden Störungen beheben entschieden den Widerstreit der Aufmerksamkeit mit dem normalen Seelenleben.

Schon jetzt, und ohne in Einzelheiten einzugehen, können wir mit Hilfe dieses sehr bedeutsamen Merkmals - d. Wenn wir einen gesunden, durchschnittlich veranlagten erwachsenen Menschen annehmen, so besteht bei ihm der gewöhnliche Mechanismus seines geistigen Lebens in einem fortdauernden Kommen und Gehen innerer Ereignisse, in einem Defilieren von Empfindungen, Gefühlen, Vorstellungen der geistigen Erinnerungsbilder, die sich verbinden oder bestimmten Gesetzen zustreben.

Allgemeine Psychologie -> 3) Aufmerksamkeit

Das ist aber, richtig gesprochen, keine Kette, keine Reihenfolge, wie man oft gemeint hat, sondern vielmehr eine Ausstrahlung nach mehreren Sinnen und in mehreren Lagen, ein bewegliches geschehendes Aggregat, das unaufhörlich entsteht und vergeht. Es erübrigt sich, die Assoziationsgesetze auf physiologische Gesetze, den psychologischen Mechanismus auf den an ihm gebundenen Gehirnmechanismus zurückzuführen 3 , allein wir sind von diesem Ideal noch sehr weit entfernt.

Sie leitet nach Möglichkeit die gesamte Gehirntätigkeit zu ihren Gunsten ab. Unserer Meinung nach trifft es für einzelne sehr seltene Fälle der Ekstase zu, wie wir später noch eingehender zeigen werden. Dennoch reicht das nicht für ihre Definition aus.

Glossar: Allgemeine Psychologie für Bachelor: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist gegenständlich keine rein subjektive Veränderung, sie ist vielmehr eine Erkenntnis, eine Wissenschaft, ein Geisteszustand. Hier ist ein neues Merkmal zu verzeichnen. Aber das ist nicht alles. Um sie von gewissen Zuständen zu unterscheiden, die sich ihr nähern und, die im Laufe dieser Arbeit näher auseinandergesetzt werden sollen z.

Worin besteht diese Anpassung? Vorerst beschränken wir uns auf einen ganz oberflächlichen Gesichtspunkt. In den Fällen spontaner Aufmerksamkeit neigt der ganze Körper nach seinem Objekt, den Augen, Ohren, bisweilen auch den Armen hin; alle Bewegungen stehen still. Die Persönlichkeit ist befangen, d.