Lesekreis kritische psychologie köln facebook
Besonderer Dank geht an Joni und Zymryte für Illustration und Layout, sowie dem AStA und dem FSR Psychologie der Karl-Marx-Universität Trier, dem SDS Trier, der Rosa-Luxemburg- Stiftung, sowie der Fachschaft Psychologie Tübingen für die Finanzierung. S tudierende aus Trier haben diesen kritischen Studienbegleiter erstmals für Psychologie Erstsemester der Karl-Marx-Universität verfasst.
Als Grundlage diente uns eine erschienene Berliner Version.
AK Kritische Psychologie(n)
Studienbegleiter sollen für gewöhnlich helfen, sich ins Studium einzufinden. Das ist hier nicht unser Ziel! Zu Beginn des Studiums erscheint es vor allem wichtig, erstmal an der Uni zurechtzukommen, statt die institutionellen Vorgaben in Frage zu stellen. Wir wollen euch aber ermutigen, euch nicht mit Antworten, die ihr bekommt, vorschnell zufrieden zu geben. Psychologie ist kein Fach, mit dem mensch 6 7 sich so einfach arrangieren sollte.
Unsere Erwartungen an das Psychologiestudium wurden enttäuscht. Die Studienbedingungen haben sich im Laufe der Zeit immer weiter verschlechtert.
Referentinnen und Referenten « Ferienuni Kritische Psychologie
Das Curriculum in den Bachelor und Masterstudiengängen Psychologie ist inhaltlich im Wesentlichen auf den sogenannten quantitativen Mainstream beschränkt, d. Dichte Stundenpläne mit wenig Wahlmöglichkeiten und vielen Prüfungen erschweren es Studierenden, ihr Studium auch nach eigenen Wünschen und Interessen zu gestalten.
Hier kann mensch mit anderen Studierenden Texte jenseits des Psychologie- Mainstreams besprechen, um herauszufinden, dass es auch anders geht, als sich nur mit der Lehre vom Erleben und Verhalten eines Mittelwertes zu befassen. In der quantitativen Forschung werden aus realen menschlichen Verhaltensweisen statistische Mittelwerte gebildet, was den individuellen Unterschieden zwischen den Personen nicht gerecht werden kann.
Wenn es nur so einfach wäre, aus der Unmündigkeit, die mit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung einhergeht, durch die Verfassung eines Studienbegleiters ausbrechen zu können. Auch wurde er von unterschiedlichen Personen verfasst, was sich in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Texte widerspiegelt. Er soll einen Teil unseres Unmuts in Worte fassen und andere Studierende ermutigen, nach Alternativlösungen Ausschau zu halten.
Mit diesem Heft wollen wir zu kritischem Denken anregen und zeigen, dass mensch Psychologie auch anders studieren kann.
Lesekreis Kritische Psychologien (Uni Köln)
Dieser Studienbegleiter zeigt auf, dass es u. Statt frustriert von Notendruck und Konkurrenzkampf unter den Studierenden auf die Jagd nach Credit Points zu gehen, ermuntert er, den eigenen Interessen zu folgen. Er geht Fragen nach, wie: Von welchem Menschenbild geht die Psychologie aus? Welche Lern und Studienformen beherrschen das Fach Psychologie an den Universitäten?
Wo liegt das Problem bei klassischen Experimenten und was ist das Manko der psychologischen Diagnostik? Wem im Studiums manches komisch vorkommt und wer sich fragt,wie es um die Praxisrelevanz im Studium steht, soll im Folgenden Antworten auf seine Fragen finden. Des Weiteren birgt Tipps zur Selbstorganisation und nennt alternative Anlaufstellen am Campus und in der Stadt, sowie viele Leseempfehlungen.
Alle hier befindlichen Artikel gibt es ebenfalls auf der Homepage kp-tuebingen. Viel Freude beim Lesen!
Ferienuni Kritische Psychologie 2016
Seit einigen Jahren steigen die Unzufriedenheit und die Suche nach Erweiterungen und Alternativen. Meine besondere Sorge gilt der Relevanz des Studiums für die Praxis. Das war auch der historische Ausgangspunkt für die Suche nach Alternativen zum Mainstream kursierte ein programmatisches Papier, das die Proteste in der Psychologie eingeleitet hat und meinen eigenen Weg nach dem Psychologiestudium geprägt hat.
Der Berliner Psychologieprofessor Klaus Holzkamp nimmt hier zum Problem der Relevanz psychologischer Forschung für die Praxis Stellung und fordert darin ein Programm zu einer kritischen und emanzipatorisch relevanten Psychologie. Diese Forderung fand leider kaum Gehör bei dem experimentellstatistischem Mainstream, ganz im Gegenteil verengte sich die Forschung noch weiter, zuerst durch eine Beschränkung auf kognitive Psychologie und heute auf die Neuropsychologie.
Unter diesen Umständen gab es in der deutschen Psychologie kaum mehr Raum für kritische Alternativen.